Modelle der Materialistischen Dialektik

Modelle der Materialistischen Dialektik. Beiträge der Bochumer Dialektik-Arbeitsgemeinschaft

Diskussionen über materialistische Dialektik stoßen immer wieder auf zwei Schwierigkeiten: Entweder wird (nach einiger Zeit) die Frage aufgeworfen, was das denn eigentlich sei, materialistische Dialektik, oder aber da, wo ein gewisser Informationsstand bereits vorhanden ist, kommt es auch bei nur wenigen Beteiligten schon binnen kurzer Zeit zu heftigen Kontroversen, die häufig darauf zurückzuführen sind, daß der Inhalt des Begriffs materialistische Dialektik jeweils unterschiedlich – ja sich ausschließend – bestimmt wird.

Die in dem vorliegenden Band enthaltenen Beiträge möchten in beide Richtungen klärend wirken. Zunächst wollen sie antworten auf die Frage nach dem Inhalt des Begriffs materialistische Dialektik und zwar ohne weitgehende Voraussetzungen zu machen. Die Präsentation mehrerer verschiedener „Modelle materialistischer Dialektik“ als Antwort kann aber auch – so glauben zumindest die Verfasser – zur Klärung der erwähnten Kontroversen insofern beitragen, als dadurch die unterschiedlichen Bestimmungen materialistischer Dialektik herausgearbeitet und so deutlicher gemacht werden. Die Annahme, daß durch eine solche Explikation der unterschiedlichen Modelle die aktuelle Dialektik-Debatte zunächst an Transparenz gewinnen könnte, darüber hinaus aber sowohl erweitert als auch punktuell vertieft und somit vorangetrieben werden könnte, war der Grund für die Veröffentlichung.

Kimmerle, Heinz: Modelle der Materialistischen Dialektik : Beiträge der Bochumer Dialektik-Arbeitsgemeinschaft. Softcover reprint of the original 1st ed. 1978. Dortrecht Heidelberg London New York: Springer Netherlands, 2013.

Morgen werde ich Idiot

Morgen werde ich Idiot. Kybernetik und Kontrollgesellschaft

Ein heiter ätzender Spaziergang durch das Innere, die Entwicklungsgeschichte und die Albträume einer von Selbstoptimierung besessenen Gesellschaft, die ihre Kontrolle nicht mehr durch Macht, sondern durch Rückkopplung und Selbstregulation ausübt.

Dany zeigt, wie aus der Kybernetik als Modell für selbstregulierende Systeme eine Matrix der ständigen Optimierung eines jeden und der Gesellschaft geworden ist: Von der kybernetisch inspirierten Sozialpsychologie der fünfziger Jahre wanderte die Feedback-Theorie Wieners und Lewins in die Selbsterfahrungsgruppen, die sie in die WG-Küchen weiter trugen. Parallel flossen die Methoden als Social Engineering in das Management ein und später in die sozialen Netzwerke, wo das Kommunikations-Panoptikum nochmals in neuer Form zu sich fand. Jeder ist nun Beobachter aller anderen und ein von allen anderen Beobachteter. Kontrolle bedeutet nicht länger, die Kontrollierten auf einen Sollwert zu bringen, sondern einen andauernden Prozess permanenter Selbstoptimierung in Gang zu setzen. Heute formen Feedback und Transparenz zentrale Werkzeuge für Kindergarten, Schule, Konsum und Unternehmen.

Die einzige Möglichkeit, dem zu entkommen, scheint, sich der verordneten Kommunikation zu verweigern. Sich durch Sprachlosigkeit der Regulation zu entziehen, um auf der spiegelglatten Oberfläche der Transparenz ein Dickicht undurchsichtiger Inseln wuchern zu lassen…

Dany, Hans-Christian: Morgen werde ich Idiot : Kybernetik und Kontrollgesellschaft – Nautilus Flugschrift. 1. Aufl.. Hamburg: Edition Nautilus, 2013.

Maschinendämmerung

Maschinendämmerung. Eine kurze Geschichte der Kybernetik

Sind wir auf dem Weg in eine schöne neue Cyberwelt? Vernetzte Haushaltsgeräte und selbstfahrende Autos könnten bald so alltäglich sein wie permanentes Lifelogging und Maschinen, die unsere Gedanken lesen. Wie ist es eigentlich dazu gekommen? Wie wurden Maschinen nicht nur Ersatz für unsere Muskelkraft, sondern ein unverzichtbarer Begleiter, dem wir sogar das Denken überlassen? Kontrollieren wir noch unsere Maschinen, oder kontrollieren sie längst uns? In seiner spannenden Kulturgeschichte der Kybernetik schildert Thomas Rid, international renommierter Sicherheitsexperte, die erstaunliche Entwicklung der Kybernetik, eine der Kernideen des 20. Jahrhunderts. Sie begann in den Bombentrümmern des Zweiten Weltkriegs und speiste weitreichende Mythen über eine digital vernetzte Zukunft – von psychedelischen Entdeckungsreisen in den künstlichen Raum hinter dem Bildschirm bis hin zu automatisierter Flugabwehr, bewaffneten Cyborgs und aggressiver Datenspionage. Rids faszinierende Schilderung unserer zutiefst gespaltenen Haltung zum Netz stützt sich auf neue Quellen und zahlreiche Interviews mit Althippies, Krypto-Anarchisten, Polizeiermittlern und Nachrichtendiensten.

Rid, Thomas ; Adrian, Michael: Maschinendämmerung : Eine kurze Geschichte der Kybernetik. Berlin: Ullstein eBooks, 2016.

Das Netz (Buch zum Film)

Das Netz. Die Konstruktion des Unabombers

(Buch zum Dokumentarfilm)

In seinem rasanten Laptop-Roadmovie ist der Autor den schwindelerregenden Verbindungen von Systemtheorie, Kybernetik, Militär und Bewusstseinsprotokollen auf der Spur! Den spannenden Recherchen zu Ursprüngen und Voraussetzungen weltweit vernetzter Systeme ist eine deutsche Übersetzung des sogenannten Unabomber-Manifests angehängt.

Die weltweite Vernetzung von Computern, Institutionen, Menschen ist längst Realität. In seinem Film Das Netz, der 2004 auf dem »european media art festival« ausgezeichnet wurde, hat Lutz Dammbeck den Ursprüngen dieser Entwicklung nachgespürt. Seit den 1940er Jahren entwarfen Kybernetik, Multimediakunst, LSD-Versuche und Systemtheorie die faszinierende Vision einer offenen, globalen und vernetzten Weltgesellschaft. Einer der bekanntesten Gegner dieser technologischen Gesellschaft ist der so genannte Unabomber, der von 1978 bis 1995 durch eine Serie von Bombenanschlägen auf namhafte Wissenschaftler die USA erschütterte.
Dammbeck hat beeindruckende Dokumente über die Entwicklung der Kybernetik und militärischer Verteidigungsstrategien zu Tage gefördert. Er hat Interviews mit den Protagonisten der Cyber-Elite geführt: dem Verleger John Brockman, den Informatikern Stewart Brand und David Gelernter, dem Physiker Heinz von Foerster u.a. Diesen Stimmen stellt er Briefe des hochbegabten ehemaligen Harvard-Mathematikprofessors Ted Kaczynski entgegen, der 1996 als mutmaßlicher Unabomber verhaftet und zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt wurde.

Dammbeck, Lutz: Das Netz – die Konstruktion des Unabombers. 2. Aufl.. Hamburg: Edition Nautilus, 2005.

 

„Ein Anzug aus Strom“

„Ein Anzug aus Strom“. LSD, Kybernetik und die psychedelische Revolution

LSD ist das Elixier der psychedelischen 1960er Jahre. Der Stoff verzückt eine ganze Generation und nährt die Hoffnung auf eine Welt jenseits von Macht und Geld. Doch die Gegenkultur dieser Zeit hat einen doppelten Boden: Hinter der bunt-blumigen Fassade trägt ein kybernetisches Denken in Feedbacks und Regelkreisen die Phantasie. LSD scheint den theoretischen Kurzschluss von Mensch und Maschine wahr werden zu lassen. Das Buch erzählt eine andere Geschichte der psychedelischen Bewegung und zeigt, dass die Freiheit der Hippies nicht zuletzt Anpassung an die technischen Gegebenheiten bedeutet und den Weg in die Kontrollgesellschaft ebnet.

Feustel, Feustel: „Ein Anzug aus Strom“ : LSD, Kybernetik und die psychedelische Revolution. 1. Aufl.. Berlin Heidelberg New York: Springer-Verlag, 2015.